Ihre Praxis hat sich weiterentwickelt – Ihre Website auch?
von Sander Concept
Neue Behandlungsräume. Ein größeres Team. Moderne Technik. Neue Schwerpunkte. Vielleicht sogar eine vollständig veränderte Positionierung.
Eine Praxis entwickelt sich über Jahre kontinuierlich weiter. Doch ausgerechnet die Website bleibt häufig auf dem Stand von damals. Das führt zu einer ungewöhnlichen Situation: Patienten erleben online eine andere Praxis als später vor Ort.
Der erste Eindruck entsteht häufig lange vor dem ersten Termin
Bevor ein neuer Patient eine Praxis betritt, hat er sie oft bereits kennengelernt. Über Google, über die Website, über Social Media oder über eine Empfehlung, die anschließend online überprüft wird.
Die Website wird damit zu einem wichtigen Bestandteil des ersten Eindrucks einer Praxis. Sie vermittelt nicht nur Informationen. Sie transportiert unbewusst auch Aussagen über Qualität, Modernität, Organisation und Anspruch.
Ein Interessent kennt zu diesem Zeitpunkt weder die fachliche Qualität der Behandlung noch die Atmosphäre in den Räumen. Er kann nur das beurteilen, was für ihn sichtbar ist.
Und genau hier kann eine veraltete Website zum Problem werden.
Wenn die reale Praxis besser ist als ihr digitaler Auftritt
Das erleben wir immer wieder: Eine Praxis wurde aufwendig modernisiert. Die Räume sind hochwertig gestaltet. Das Team arbeitet professionell. Neue Behandlungsschwerpunkte wurden aufgebaut. Die technische Ausstattung ist hervorragend. Auf der Website sieht man jedoch Bilder, die viele Jahre alt sind und die Texte bestehen aus kurzen Standardbeschreibungen. Neue Leistungen fehlen, das Teamfoto stimmt nicht mehr und das Design stammt sichtbar aus einer anderen Internetgeneration.
Damit entsteht eine Lücke zwischen dem tatsächlichen Praxischarakter und seiner Darstellung nach außen. Die Praxis hat sich weiterentwickelt – ihre Marke im Internet jedoch nicht.
Eine Website ist mehr als eine digitale Visitenkarte
Früher bestand die Aufgabe einer Praxiswebsite vor allem darin, grundlegende Informationen bereitzustellen:
Adresse, Telefonnummer, Sprechzeiten und Leistungen.
Diese Aufgabe besteht weiterhin. Sie reicht heute aber häufig nicht mehr aus. Eine gute Praxiswebsite sollte Orientierung geben und zentrale Fragen beantworten:
Was zeichnet diese Praxis aus?
Welche Behandlungsschwerpunkte gibt es?
Wie arbeitet das Team?
Für welche Patienten ist die Praxis besonders geeignet?
Welche Werte prägen die Zusammenarbeit?
Was erwartet Patienten beim ersten Besuch?
Und auch:
Warum sollte sich ein Bewerber gerade für diese Praxis interessieren?
Damit wird die Website zur digitalen Repräsentation der gesamten Praxis.
Auch die Positionierung einer Praxis verändert sich
Viele Praxen starten relativ breit aufgestellt und entwickeln mit der Zeit besondere Schwerpunkte. Eine Zahnarztpraxis baut beispielsweise Implantologie, Endodontologie oder ästhetische Zahnmedizin aus. Eine chirurgische Praxis spezialisiert sich stärker auf bestimmte Eingriffe. Gleichzeitig entwickeln sich Ärzte und Zahnärzte fachlich weiter, erwerben Zusatzqualifikationen oder investieren gezielt in neue Behandlungskonzepte.
Wenn diese Entwicklung auf der Website nicht sichtbar wird, bleibt auch die Wahrnehmung der Praxis hinter ihrer tatsächlichen Kompetenz zurück. Das betrifft nicht nur Patienten. Auch Suchmaschinen und andere digitale Systeme können nur mit den Informationen arbeiten, die eine Praxis öffentlich bereitstellt.
Wer seine Schwerpunkte zeigen möchte, muss sie deshalb auch verständlich kommunizieren.
Das gleiche gilt für den Arbeitgeber Praxis
Besonders deutlich wird die Diskrepanz häufig beim Thema Personal.
Intern wurde vielleicht längst viel verändert:
Arbeitszeiten wurden flexibler, Fortbildungen werden gefördert, das Team arbeitet mit moderner Technik, Mitarbeiter erhalten mehr Verantwortung.
Die Praxis investiert bewusst in Unternehmenskultur. Auf der Website findet sich davon jedoch kaum etwas. Für potenzielle Bewerber bleibt die Praxis damit ein weitgehend unbekannter Arbeitgeber. Wer heute qualifizierte Mitarbeiter gewinnen möchte, sollte deshalb auch überprüfen, ob der digitale Auftritt das tatsächliche Arbeitsumfeld glaubwürdig widerspiegelt.
Ein Relaunch sollte nicht einfach nur „moderner“ machen
Die Lösung besteht allerdings nicht darin, alle paar Jahre lediglich Farben, Schriftarten und Bilder auszutauschen. Ein sinnvoller Relaunch beginnt früher.
Zunächst sollte die Frage beantwortet werden:
Was ist diese Praxis heute – und wie möchten wir wahrgenommen werden?
Erst daraus ergeben sich Struktur, Inhalte, Gestaltung und Funktionen der Website. Eine Website ist dann besonders überzeugend, wenn das digitale Erscheinungsbild und das tatsächliche Praxiserlebnis zusammenpassen. Der Patient sollte online bereits einen Eindruck davon bekommen, was ihn später in der Praxis erwartet.
Vielleicht ist Ihre Website gar nicht schlecht – sondern einfach nicht mehr Ihre Website
Eine ältere Website muss nicht automatisch schlecht sein. Vielleicht funktioniert sie technisch problemlos. Vielleicht sieht sie sogar noch ordentlich aus. Und trotzdem kann sie nicht mehr zur Praxis passen. Denn während die Website stehen geblieben ist, haben sich Menschen, Leistungen, Räume und Ziele weiterentwickelt.
Deshalb lohnt sich gelegentlich ein einfacher Perspektivwechsel:
Öffnen Sie Ihre Website und betrachten Sie sie so, als würden Sie Ihre Praxis heute zum ersten Mal kennenlernen.
Sehen Sie dort wirklich die Praxis, die Sie heute führen?
Wenn die Antwort darauf nicht eindeutig „Ja“ lautet, ist es wahrscheinlich Zeit, über eine Weiterentwicklung des digitalen Auftritts nachzudenken.