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Marketing ja – aber wie? Theoretisch klar, und doch so schwer

Die meisten, gerade jungen Zahnärzte haben laut Umfragen die Wichtigkeit von Marketing für ihre Praxis erkannt. Doch was ist das eigentlich genau? Und wie geht das? Der erste Teil zum Thema Marketing hat sich mit den Grundlagen des zahnärztlichen Marketings beschäftigt.

Ihr Kenntnisstand

Sie haben dort gelesen, dass Menschen aufgrund ihrer Emotionen entscheiden und was Sie beachten müssen, um die für Sie „richtigen“ Patienten zu gewinnen und zu behalten. Ich habe erläutert, warum eine Markenbildung und Positionierung so wichtig sind. Darüber hinaus habe ich angerissen, welche Bedeutung eine gute Praxiswebsite für Ihren Erfolg hat. Und damit werde ich mich diesmal etwas näher beschäftigen.

Faktencheck

Im Umfeld einer Praxis suchen jeden Monat mehrere Hundert Menschen einen neuen Zahnarzt über das Internet. Mehr als 40 Prozent aller Neupatienten googeln ihren neuen Zahnarzt. Aber nur etwa die Hälfte aller Zahnarztpraxen betreibt eine Website. Sie erreichen diese Patienten nicht. Bei den meisten Aufrufen einer zahnärztlichen Website geht es um die Suche nach der Telefonnummer. Diese sollte also auf der Startseite auf den ersten Blick zu sehen sein.

Wesentliche Funktionen einer Website

Telefonnummer, Öffnungszeiten, Ortslage und Anfahrt. Weiterhin möchten sich Patienten über Behandler und Teammitglieder informieren. Hier im Wesentlichen über deren Aussehen – das prägt den ersten Eindruck. Weiter ist für Patienten noch wichtig, wie modern die Praxis eingerichtet ist und wie modern der gesamte Webauftritt anmutet. Das ist ein nicht zu unterschätzender Entscheidungsparameter. Deutlich weniger Patienten möchten sich über das Behandlungsspektrum und die Einzelheiten bestimmter Behandlungsarten informieren. Die Details auf Basis unserer Forschungen zur Wirksamkeit von zahnärztlichem Marketing habe ich zusammengefasst in „Meine Zahnarztpraxis – Marketing“.

Was muss man beim Aufbau der Website beachten

Zunächst muss dem Praxis- und damit Websitebetreiber klar sein, dass es um die Patienten geht und nicht um ihn. Das ist die wohl größte Hürde. Theoretisch klar, und doch so schwer umsetzbar. Obwohl wir eigentlich wissen, dass der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss, sitzen wir hier in der Falle der Betriebsblindheit. Auch heute noch sieht man recht häufig den unbesetzten Behandlungsstuhl im leeren Behandlungszimmer, und das an prominenter Stelle auf der Website. Welche Emotion soll das denn beim Patienten wecken? Der Zahnarzt ist begeistert, der Patient hat Angst! Und das Depot freut sich.

Das passende Emotionspaket

Warum kommt der Patient zu Ihnen oder warum soll er zu Ihnen kommen? Um das herauszufinden, machen wir von Sander Concept vor der Websiteerstellung grundsätzlich einen ganztägigen Positionierungsworkshop mit Ihnen, um das passende Emotionspaket zu schnüren. Im Workshop wird auch der logische Aufbau (Strukturbaum) der Website gemeinsam mit dem Zahnarzt entwickelt. Was ist wichtig im Hinblick auf die Markenbildung, wo kommt was hin, was soll mit welchen Mitteln und in welchem Umfang betont werden? Im nächsten Prozessschritt wird das Webdesign entwickelt und an den Strukturbaum angepasst. Es entsteht der „Screenshot“ der Homepage. Erst wenn das perfekt durchdacht ist, von allen Seiten für gut befunden wird und auch Sie begeistert sind, geht es an die Texte und die Programmierung. Wichtig ist dabei, mit einem hochwertigen Content Management System (CMS) zu programmieren, mit dem sich aufwendiges Design, auch auf allen mobilen Endgeräten, problemlos umsetzen lässt. Die Frage der Programmsprache ist ein wichtiger Entscheidungspunkt.

Fotoshooting macht Spaß

Parallel dazu werden Fotos erstellt. Und auf die kommt es an. Wählen Sie den besten Praxis-Fotografen Deutschlands. Wir verraten Ihnen gern, wie er heißt. Er kommt mit einem „Drehbuch“ auf der Basis der Ergebnisse des Positionierungsworkshops zum Shooting in die Praxis. Freuen Sie sich darauf: Es ist sehr bedeutsam für Ihren Erfolg und macht unglaublich viel Spaß. Die Programmierung sowie das Einpflegen des Contents geschehen aus vier Blickwinkeln: Design, Wirksamkeit, Rechtssicherheit und Suchmaschinenoptimierung. Das ist ein höchst professioneller Vorgang und recht aufwendig. Zu Design und Wirksamkeit habe ich alles für eine Artikelserie Wichtige gesagt. Zur Rechtssicherheit darf ich keine Auskunft geben. Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Website vor der Online-Stellung datenschutzrechtlich geprüft wird. Bleibt noch das große Feld der Suchmaschinenoptimierung, was das Thema des nächsten Beitrags sein wird.

Lassen Sie sich durch Ihre Emotionen überzeugen

Ich habe oben die aus meiner Sicht wichtigen Aspekte einer Praxiswebsite aufgeführt. Doch viele Worte helfen nicht bei der Entscheidung: Schauen Sie sich viele Websites an und prüfen Sie sie auf ihre Emotionswirkung. Am besten mit jemandem, der nicht aus der Zahnarztbranche stammt. Und vergleichen Sie sie mit Referenzen etwa auch auf sander-concept.de. Versuchen Sie zu erkennen, ob die emotionale Individualität im oben beschriebenen Sinn umgesetzt wurde. Und immer daran denken: Mit einer passend gemachten und gut platzierten Website finden viele Neupatienten Ihre Praxis.


Der Originalbeitrag ist in der CP (Ausgabe 02/2018 | ZFV Zahnärztlicher Fach-Verlag GmbH) erschienen.


Weitere Artikel dieser Serie:
1. Eine Frage der Haltung
3. Der Grundstock für ein gutes Ranking
4. Bewertungsportale

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Prof. Dr. Thomas Sander

Prof. Dr. Thomas Sander gründete das Unternehmen Sander Concept im Jahr 1997 und ist heute Sachverständiger für Praxiswertermittlung von Zahnarzt-, Arzt- und Tierarztpraxen.